Herbstwandern im Prättigau: Farbentour aufs Chrüz

Sie gilt als eine der schönsten Touren im Prättigau. Trotzdem ist man auch an einem sonnigen Herbsttag über weite Strecken ganz allein unterwegs: Die Aussichtswanderung von St. Antönien übers Chrüz nach Küblis.

Start am Ortsrand von St. Antönien.

Start am Ortsrand von St. Antönien.

Die Vorfreude auf ein einmaliges Naturerlebnis macht sich bereits auf der Anfahrt von Küblis nach St. Antönien (1420m) breit. Wenn man das winzige Stichsträsschen gefunden hat, geht es Serpentine für Serpentine hinauf in die Bündner Bergdörfchen-Einsamkeit. Die satten Farben der Alpwiesen, der liebevoll blumenbepflanzten Bergbauernhäuser und der bewaldeten Berghänge machen Lust auf den baldigen Start. Der liegt am Parkplatz über dem hübschen Kirchlein im malerischen Ortskern von St. Antönien.

Moorige Hochebene mit Gehhilfe.

Moorige Hochebene mit „Gehhilfe“.

Grün und Gold
Nach einem gemütlichen Einstiegskilometer auf der fast unbefahrenen Dorfstrasse hinaus aus dem Ort geht es hinein in den lichten Wald, wo schmale Pfade über Wurzeln und kleine Wasserläufe fast unbemerkt die ersten Höhenmeter einbringen. Nach dem sanften, ca. halbstündigen Anstieg findet man sich plötzlich auf einer gräserbestandenen Hochebene wieder, die in leuchtendem Gold dem Herbst alle Ehre macht. Stehenbleiben, Atem holen und geniessen! Vor allem nach mehreren Regentagen ist der Untergrund hier moorähnlich, aber dank einfach angelegter Holzstege sehr gut begehbar. Immer wieder geben die Baumlücken am Rande der Ebene herrliche Aussichten auf die österreichischen Grenzgipfel frei.

Steil aber ungefährlich
Jetzt beginnt der steile Teil der Tour. Von der schlichten Alp Valpun (1882m) hinauf zum Chlei Chrüz (2103m) sind vor allem die Blicke zurück Motivation zum Weitergehen. Die Hänge an sich sind karg und der Weg ist recht schwer auszumachen. Querfeldein zu gehen ist aber auch kein Problem. Gefahrenstellen gibt es keine.

Auf dem Chrüz

Zauberhafte Rundumsicht vom Chrüz.

Wer auf dem Chlei Chrüz bereits Lust zum Rasten hat, ist gut beraten, denn hier ist es einsam und die Aussicht auf das bisher Geschaffte ist herrlich. Das eigentliche Chrüz, die sogenannte „Rigi des Prättigaus“ (2196m), ist aufgrund der fantastischen Rundumsicht und der anderen Routen, die auch auf einfacherem Wege hier hinaufführen, verhältnismässig gut besucht. Erstaunlich eigentlich, denn es gibt weit und breit keine einzige Einkehrmöglichkeit.

Variante ohne ÖV
Etwas knifflig ist der Abstieg auf dem Südrücken des Chrüz, auf dem (vor allem bei Nässe) Stöcke recht hilfreich sind. Der enge, steinige und steile Pfad geht aber nach einer knappen halbe Stunde wieder über in breite Wiesen und Wanderwege Richtung Bova und Pany (Einkehrmöglichkeit). Hier kann man sich entscheiden, ob man nach Küblis absteigt und mit dem PTT-Bus zum Ausgangspunkt zurückfährt, oder nochmal eine Stunde Gehzeit investiert und nach St. Antönien zurückläuft. Diese Variante ist durchaus empfehlenswert, denn sie erspart nicht nur das Warten auf den Bus, sondern bietet auch nochmals ein wunderbares Panorama und ist dank teils asphaltiertem Wanderweg sehr bequem. Und wer am Nachmittag nach St. Antönien zurückkehrt, wird wieder  in einen Farbenrausch geraten. Denn im Licht der tiefstehenden Herbstsonne sieht alles noch schöner und satter aus als am Vormittag.

St. Antönien

Malerische Aussichten auf St. Antönien im Prättigau.

Infos
Dauer: ca. 6 Stunden
Lesetipp: Rother Wanderführer: Davos-Prättigau. 3. Auflage 2009. Tour 11: „Von St. Antönien nach Küblis“. Eine Karte braucht man nicht unbedingt.
Internet: www.praettigau.info. Die Website von St. Antönien Tourismus www.st-antoenien.ch gibt nicht viel her.

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